Kunstmuseum Ravensburg – Lederer + Ragnasdóttir + Oei

Nun ist der Passivhausstandard auch im Museumsbau angekommen: Das Kunstmuseum Ravensburg, das derzeit nach Plänen des Stuttgarter Büros Lederer + Ragnasdóttir + Oei (LRO) errichtet wird, hat einen Heizenergiebedarf von nur 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und erfüllt somit die Bedingungen für ein Passivhaus. Arno Lederer gibt freimütig seine „anfängliche Skepsis“ zu und spricht von einem „enormen gedanklichen Aufwand“, der für die Umsetzung des Passivhaus-Gedankens notwendig gewesen sei. Durch die Hinzuziehung des darauf spezialisierten Planungsbüros Herz & Lang sei aber am Ende ein Weg gefunden worden, der zum Ziel führt.

Um dieses zu erreichen, ist die weitgehend fensterlose Fassade hochgedämmt. Aber auch die Verwendung von wiederverwerteten Ziegeln aus Abbruchhäusern für die äußere Klinkerschale unterstützt den Gedanken der Nachhaltigkeit. Im Inneren wird auf Anstriche verzichtet, denn „mit jedem Anstrich holt man sich eine Ökobelastung ins Haus“, weiß Lederer.

LRO hatten im Jahr 2009 einen entsprechenden Wettbewerb gewonnen. Der Spatenstich für das Museum an der Burgstraße wurde im September 2010 gefeiert. Nach der Fertigstellung im Jahr 2012 wird das Kunstmuseum Ravensburg moderne Kunst mit der bedeutenden Selinka-Sammlung als Kern beherbergen. Die Stadt mietet es für 30 Jahre von einem Investor. In der Vergangenheit war Kritik an zu hohen Kosten des Projekts aufgekommen; offenbar wird der Passivhausstandard vor allem deswegen forciert, um die laufenden Kosten gering zu halten.

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