Rohe und weiße Zone Bürogebäude in Pforzheim

Bauherren, die bereit sind, Geld für anspruchsvolle Architektur in Gewerbegebieten auszugeben, sind immer noch rar gesät. In der badischen Provinz ist dies nun wieder gelungen: das Büro rasterpunkte architektur (München) konnte kürzlich ein Bürogebäude für einen Kunststoffhersteller im Gewerbegebiet von Birkenfeld, einer Kleinstadt in der Nähe von Pforzheim, realisieren.

Der Neubau befindet sich im Eingangsbereich des über Jahre gewachsenen Standorts der Firma: einer aus mehreren Produktions- und Lagerhallen bestehenden, heterogenen Gebäudeagglomeration. Aus dieser städtbaulichen Lage ergab sich die Gebäudeform: ein dreigeschossiger, zeilenförmiger Baukörper, der durch seine abgeknickte Form eine einladende Geste mit vorgelagerter Platzsituation schafft.

Als Grundthema ihres Entwurfs beschreiben die Architekten die monolithische Gebäudekubatur des Neubaus, die durch die homogene Oberfläche des dunklen Fassadenputzes sowie die großformatigen Fensteröffnungen unterstrichen wird.
Die Fenster setzten sich jeweils aus einem festverglasten Teil, einem opaken Lüftungsflügel und einer umlaufenden Fasche zusammen. Auf der Nord- und gleichzeitig der Hauptfassade, wo auf den Sonnenschutz verzichtet werden konnte, sitzen die Profile bündig in der Fassade.

Im Inneren wurden alle drei Geschosse in zwei Zonen aufgeteilt. Eine asymmetrisch verlaufende Mittelwand trennt die im Norden angeordneten Großraumbüros von den auf der Südseite positionierten deutlich kleinteiligeren Funktionsräumen wie Erschließungskerne, Toiletten, Konferenzräume und Besprechungsräume. Diese räumliche Gliederung in zwei Zonen wird durch die differenzierte Materialität noch hervorgehoben: Die Gruppenbüros mit Sichtbetonwänden, farblich grau angepassten Holzwolleplatten als akustisch wirksame Deckenbekleidung und dunklem Teppichboden bilden in Ihrer „Rohheit“ einen Kontrast zur „weißen“ Nebenzone, die durch glatte und helle Oberflächen bestimmt wird.

Gefunden via www.baunetz.de

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